mein neues Leben
im Rollstuhl

     
   

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Petra S. von Känel


 

Reisebericht und Fotos Teneriffa 2008

Ferien 23.2. bis 1.3.2008  

Mein Lebenspartner Frank und ich haben uns einen grossen Wunsch erfüllt. Endlich zusammen in die Ferien. An einen warmen Ort, nicht zu heiss, Palmen, Strand und Meer. Unsere Wahl fiel auf die Kanaren - Teneriffa muss es sein. Das Hotel/Appartement muss rollstuhlgängig sein. Auf Sauberkeit legte vor allem ich viel Wert. Ruhigere Lage. Etwas bessere Gästeschaft. Das nahm viel Recherchezeit im Internet in Anspruch. Unsere Wahl fiel auf das 5-Sterne-Hotel Sheraton La Caleta Resort & Spa. Die Architektur ist aussergewöhnlich und die Bäderlandschaft und der Garten sah vielversprechend aus.

Hinflug: 23.2.2008

Früh am Morgen - 5 Uhr - aufstehen. Um halb 8 Uhr waren wir bereits am Flughafen und haben uns zum Gepäck-Einchecken parat gemacht. Rollstuhlfahrer werden extra gesammelt und begleitet und werden von einem Flughafenpersonal zu einem gesonderten Securitycheck gebracht. Behinderte werden zuerst ins Flugzeug "verladen". Weil Rollstühle zu breit sind für den Flugzeuggang werde ich vom Flughafenpersonal auf einen ganz schmalen Wagen gehievt. Mein Rollstuhl wird zusammengelegt und zum Frachtraum der A320 gebracht. Und rückwärts geht's zu unseren Sitzen im Flugzeug. Ich rutsche vom Wagen und stemme mich an meinen Sitzplatz am Fenster.
8.50 Uhr - Abflug nach Teneriffa. Ich sitze auf meinem Gelpad (Sattelunterlage), welches ich noch von meinem Reithobby behalten hatte. Das sollte mir das Sitzen erleichtern. 4 Stunden Flug lagen vor uns. Eine Schmerztablette sollte mir die Flugzeit erträglicher machen. Nach zwei Stunden Sitzzeit hatte ich eine Schmerzattacke und Frank musste versuchen meine Beine durch zu bewegen. Ansonsten haben wir den sehr ruhigen Flug gut hinter uns gebracht. Waren aber sehr froh, als wir in "Tenerife sur" gelandet waren. Da wir eine Zeitzone übersprungen hatten hiess es: Uhr um eine Stunde zurückstellen. Mietauto abholen und los ging's in Richtung Costa Adeje. In unserem Hotel "Sheraton La Caleta" angekommen durften wir ein grosses rollstuhlgängiges Zimmer mit Meerblick in Empfang nehmen. Liegend auf dem Bett hatten wir einen schönen Blick aufs Meer und auf die Palmenanlage vom Nachbarhotelkomplex.
Wir brauchten zwei Tage um uns an die warmen Temperaturen von 26-29 Grad zu gewöhnen. Die Temperaturen waren auch für Kanarische Verhältnisse recht hoch.
Blick aus unserem Zimmer
erste Erkundungstour
vor dem grossen Salzwasserpool
an der Strandpromenade 
überall blühende Sträucher und Blumen
gemeinsames Baden im Süsswasserpool 
Petra ganz ausgekühlt - 
verlorene Wärme wieder auftanken
Los Cristianos an rollstuhlgängigen Strand
Wir haben in den kurzen Ferien viel erlebt. Tagsüber Ausflüge wie Erkundung von Los Cristianos (Hafen und Strandpromenade), Fahrt zur Nordküste zum Loro Parque (berühmter Papageienpark), Fahrt Ostküste auf der Bergstrasse, Fahrt zum grossen Nationalpark "El Teide", der 3. grösste Inselvulkan.

Am späten Nachmittag Runde schwimmen im Hotelpool. 
Abends fein Essen und um 22 Uhr die Wärme von noch 19 Grad geniessen.
Bizarre Landschaft des Nationalparks
Pico El Teide, 3718m, grösster Berg Spaniens mit Lavafeld
Besuch in Los Cristianos am Hafen
auf der Peter Pan

Aber das spektakulärste war die Fahrt auf der Peter Pan - einem Segelschiff mit Motor zum "Whale & Dolphin-Watching" - zu den Delfinen und zu den Pilotwalen. Zuerst wollte mich via Reisebüro kein Anbieter mitnehmen. So sind wir selber nach Los Cristianos an den Hafen gefahren und haben dort den Käpt'n der Peter Pan getroffen. Er willigte sofort ein. So haben wir am Freitagmorgen eine wunderschöne Schiffstour mitmachen dürfen. Mehrere starke Männer haben mich mit dem Rollstuhl auf die Peter Pan gehievt. Problem zu enge Gangway gelöst. Das eigentliche Problem hab ich aber erst gecheckt, als die ersten grossen Wellen kamen und die Peter Pan mit mir Cha-cha-cha tanzte und meinen Rollstuhl ordentlich hüpfen liess. Ich krallte mich für die nächsten drei Stunden an einer Stange fest. Frank presste meinen Rollstuhl an die Stange und fixierte das Rollstuhlrad zusätzlich mit seinen Füssen fest. Die Krönung war, dass Frank mit seiner Akrobatik auch noch Film und Fotoaufnahmen meisterte. Als die Peter Pan ein Manöver machte, rutschte der Rollstuhl trotzdem und der Käpt'n hielt die eine Hand am Steuer und die andere am Rollstuhl. Der Mut hat sich gelohnt. Wir haben viele Delfine gesehen und auch eine grosse Pilotwalfamilie mit zwei Jungtieren.




Die Ferien sind viel zu schnell vorbeigegangen. Der 4-stündige Rückflug hab ich gut überstanden. 
Samstag, 1. März 2008
Rückflug nach Zürich. Wunderbar hat es wieder mit dem Flughafen geklappt. AirBerlin und unser Reisebüro hatten sich sehr Mühe gegeben. Kaum waren wir am Flughafen Reina Sofia angekommen, durften wir an allen wartenden Passagieren vorbei, Gepäck einchecken und mit privaten Führer zum Sicher- heitscheck. Dann hiess es abwarten im grossen Warteraum mit vielen Geschäften. Wieder wurden wir von unserem Führer abgeholt und in einen Kastenwagen gebracht (Bild links).
Der Kastenwagen fährt zum unserem Airbus A320 und lässt den Frachtwagen hochfahren und dockt an der Türe des Flugzeugs an. Jetzt heisst es umsteigen auf den kleinen schmalen Wagen. Mein Rollstuhl kommt erneut in den Frachtraum, ich wieder retour auf dem schmalen Transportwagen zu meinem Sitzplatz.
Zur Abendzeit sind wir wieder gut im eiskalten Zürich angekommen.
Kaum einige Tage zuhause haben wir das warme Teneriffa bereits vermisst. Die Insel selber ist trocken mit aber Tausenden von Kakteen, teils auch leider etwas übersäht mit Touristenbauten (Hotels und Appartements). Teneriffa ist bestimmt wieder einmal bereisenswert, vor allem aber wegen der angenehmen frühlingshaften Wärme willen.
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