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Webmasterin &
Webdesign by
Friesenlovecoach
Petra S. von Känel
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meine Monatsblogs - Jahr 2010
- mein Leben im Rollstuhl
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Archiv: aktuell
- 2009 - 2008 - 2007 - 2006
- 2005
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Hallo zusammen
vielen Dank für Eure lieben gute
Besserungswünsche. Lieb von Euch, dass so viele Menschen an
mich denken. Das macht mir Mut und Zuversicht, auch wenn es mir
manchmal sehr schwer fällt. Ihr habt mir oft dieselben Fragen
gestellt. Deshalb hab ich mir gedacht, ich beantworte diese
Fragen direkt hier.
Neu werden die Einträge per Datum veröffentlicht, damit das
Neueste immer gut ersichtlich ist.
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 | Juli 2010
25. Juli
2010
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17. Juli 2010 - ich
feiere meinen 6sten
2.-Geburtstag
6 Jahre ist es schon her, als ich meinen Unfall
hatte, der mein ganzes Leben durcheinander gebracht
hat. Als ich am Waldboden lag, war es mir sofort klar,
als mein Körper mir nicht mehr gehorchte - ich bin
querschnittgelähmt. Ich wurde gerade letzthin wieder
gefragt, wie ich mit dieser Situation umgegangen bin. Einfach
vorwärts schauen, die Vergangenheit lässt sich nicht
ändern. Nach der erfolgreichen
Halswirbeloperation in St. Gallen wurde ich mit der
REGA nach Nottwil geflogen. Ich
hatte grosse Hoffnung, dass die Lauffähigkeit wieder
zurückkommt. Ich hatte 9 Monate in Nottwil täglich
mit vielen Therapien dafür gekämpft. Ganz kurze Zeit
schien das auch wahr zu werden. Doch die
Nervenkrankheit "Spastik" hat sich immer
stärker gebildet und hat mir diesen Wunsch zu Nichte
gemacht. Heute ist "Laufen können" schon
lange kein Wunsch mehr von mir. Ich wünsche mir einen
Alltag, den ich selber bewältigen kann. Und was
wirklich das Wichtigste ist - keine Schmerzen. Doch
dies darf ich meist nur kurze Zeit pro Tag erleben.
Schmerzen zu haben ist Alltag für mich. Manchmal kann
ich es gut ertragen, kann mich gut mit einer schönen
Beschäftigung ablenken oder ich mache mein tägliches
Training (stehen, Motomed passiv-fahren, was ja sehr
gut geht nach der Pumpenimplantierung), um den
Schmerzpegel zu senken. Und manchmal gibt es Stunden,
wo ich fast daran verzweifle, wo ich ein starkes
Schmerzmittel nehmen muss wenn ein Schub kommt und es
scheint mir dann fast unendlich lange zu dauern, bis
die Schmerzen in den Beinen einigermassen nachlassen.
Oder die Finger wollen nicht mehr. Es scheint, als
hätte man der Hand die Batterie rausgenommen.
Ausgelöst wird es von "an der Tastatur
schreiben". Der Schmerz sitzt dann im Handgelenk
und zieht in die Hände und zieht den ganzen Arm rauf.
Der Körper wünscht eine Pause. Gut hab ich einen
ganz tollen Lebenspartner gefunden. Frank, der mich
24-Stunden unterstützt (wenn er nicht gerade in der
Arbeit ist ;-)). Ich empfinde das als ganz grosses
Glück, so einen lieben und verständnisvollen Partner
zu haben. Es ist auch für ihn sehr hart zu sehen,
wenn ich stark leiden muss. Frank sagt immer:
"Wenn es Petra gut geht, dann geht es mir auch
gut". |
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11./12./25. Juli
2010
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In der Zwischenzeit war
ich im Kantonsspital St. Gallen, meine
Liorésalpumpenleistung erhöhen. Das Ziel ist das
letzte orale Liorésal auszuschleichen. Das ist nicht
ganz so einfach. Am Tag geht es ganz gut, aber in der
Nacht/am Morgen hab ich schon wieder mehr Spasmen, der
Körper spürt schon, dass ihm da was fehlt (orales
Medikament). Wird es die nächsten Tage nicht besser,
steht die nächste Erhöhung an. Haben wir uns
vorgenommen. Es wurde nun radikal schlechter.
Aussitzen bringt nichts. Warum so lange leiden?
Bereits heute darf ich wieder in die Klinik. Das machen wir
solange, bis ich keine Spasmen mehr habe, die mich in
der Nacht/am Morgen plagen und ich keine zusätzliche
orale Dosis mehr nehmen muss. Jetzt ist es abzuwägen,
wo die Grenze zu ziehen ist. Je mehr Pumpenleistung
ich habe, je weniger Stabilität hab ich im Körper,
je schneller muss ich zum Auffüllen in die Klinik.
Immer wird es mir mit der Pumpe nicht gut gehen, es
gibt gute und schlechte Tage. Je höher die Pumpe
eingestellt ist, je schlechter wird meine Stabilität
in der Körperhaltung. Meine Beine sind sehr gut
händelbar, meistens spinnen sie nur abends/nachts.
Bauchlage ist auch wieder möglich. Eine sehr wichtige
Übung für meinen Körper.
Ich bin immer noch sehr begeistert von der Pumpe, die
viel mehr Lebensqualität ist einfach fantastisch. Da
ich wieder selber katheterisiere (ISK
wie und auf
was ich achten muss),
ist es lebensnotwendig, dass meine Beine mitmachen.

Auch kann ich mir viel besser meine Schuhe anziehen.
Entweder kann ich meine Beine ganz einfach in die Hand
nehmen (eher Abends möglich) und auf den anderen
Oberschenkel legen oder ich nehme meine Beinbändel, lege eine Schaufe um den
Fuss und ziehe diesen quer nach oben, so dass der
Unterschenkel auf den anderen Oberschenkel liegt. Je
lockerer die Beine sind, je weniger Spastiken sind
vorhanden. Als ich noch starke Spastikerin war, musste
ich oft auf Schuhe verzichten oder sie mir anziehen
lassen.
Mit den restlichen Kleider anziehen ist es so, früher
hat mir die Spastik mit der Körperstabilität
geholfen, jetzt schwanke ich viel mehr, muss
aufpassen, dass ich nicht zur Seite kippe. Es ist
einfach ein Umlernen. Vieles geht besser, einiges
einfach anders. Hier muss jeder Patient seinen Weg
finden, was für ihn das beste ist.
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 | Juni 2010
19. Juni
2010
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Am 18. waren
wir wieder in Basel in der REHAB. Dieses mal musste
ich zum Neurocheck und dann zum Refill der
Liorésalpumpe. Da die Pumpe noch nicht optimal
eingestellt ist, hab ich eine 13% Erhöhung erhalten.
Jetzt läuft sie auf 135 µg pro Tag. So wie es
aussieht werde ich noch mehr brauchen. In den Ferien
musste ich meine Dosis auf 50mg oral erhöhen, damit
ich die Krämpfe (Spastiken/Spasmen) einigermassen
ertragen konnte. Jetzt steht wieder ein neuer Entzug
an. Beim Neurocheck wurde auch wieder besprochen, die
anderen Medikamente zu reduzieren. Das geht aber erst
in ein paar Monaten, wenn die Pumpendosis
aus"balanciert" ist.
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Narbenverheilung
der Liorésalpumpen-OP.
Der Heilungsprozess verläuft gut. Sie verträgt
aber noch eine spezielle Salbe zur Unterstützung.
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Mit diesem
Gerät wird der Liorésalpumpe im Bauch elektronisch
per Funk die Daten abgelesen. Wichtig ist die
Restmenge ausmachen. Sie muss entfernt werden.
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Das ist eine
ganz speziell geformte Nadel. Die Öffnung ist von der
Seite her, damit bei der Membrane in der Pumpe kein
Loch ausgestanzt wird. Dann wäre sie kaputt und
würde auslaufen. Dann müsste wieder eine neue Pumpe
eingebaut werden. Ein sehr teurer Fehler.
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Zuerst wird
abgetastet wo die Pumpe genau liegt und dann wird die
Schablone draufgelegt. In der Schablone ist in der
Mitte ein Loch. Hier liegt die Membrane. Jetzt wird
die Nadel reingestochen und das restliche flüssige
Medikament Liorésal abgesogen. Das ist wichtig. Die
Wirkung des Medikamentes hält nur 6 Monate. Der
Hersteller der Pumpe (Medtronic) gibt nur für diese
Zeit eine Garantie.
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Die Pumpe
ist leer. Jetzt wird sie mit 20ml Liorésal (Wirkstoff
Baclofen) wieder gefüllt.
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Verbrauchtes
Material...
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Neurologische
Probleme hab ich auch mit Schreiben an der Tastatur
und vor dem Einschlafen: Schmerzen in den
Händen/Handgelenk. Die Finger funktionieren dann gar
nicht mehr. Im Dezember wurde noch die Geschwindigkeit
der Nervenbahnen gemessen, da war noch alles im
Grünen Bereich. Beim Abliegen mehr Spastiken. Dies
könnte durch die misslungene Rücken-OP sein.
Schwierig zu sagen. Wir haben noch keine Lösung
gefunden.
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11.
Juni 2010 / 27. Juni 2010
Wir hatten uns entschieden unsere Ferien auf Mallorca trotz
noch nicht optimierter Pumpeneinstellung zu machen. Wir
hatten wieder unser "only for adults"-Hotel Vanity
Suite bei Cala Mesquida für 16 Tage gebucht. Hier
kennen wir die schöne Hotelanlage. Wir waren letztes Jahr
schon dort. Hier funktioniert alles für mich.
Ob es zuhause weh tut oder auf Mallorca... in den
Ferien bin ich dafür noch besser abgelenkt. Es war
mir zuerst nicht möglich einen Reisebericht zu
schreiben. Ich habe eine Fotostory gemacht und es ist
dann doch noch grösser geworden, wie ich zuerst
gedacht habe. Es hat halt viel Geduld gebraucht. Hier
geht es zur Fotostory
Mallorca 2010.
Schon kurz vor dem Ferienantritt verspürte ich manchmal,
dass die Beine wieder mehr Leben bekommen. In den Ferien
sind dann leider die Spastiken und die Schmerzattacken (man
konnte die Uhr danach stellen, ab 22 Uhr) zurückgekommen.
Die Pumpe konnte ich vor den Ferien nicht notfallmässig
mehr einstellen lassen. Wenn ich mehr Pumpenleistung habe,
muss der Auffülltermin nach vorne gelegt werden. Ich habe
die Zeit mit oraler Liorésaleinnahme verbessern können.
Ich muss jetzt halt wieder einen neuen Entzug machen, sobald
die Pumpe wieder (mehrmals) höher gestellt wurde. Die
optimale Einstellung muss eh noch gefunden werden.
Meine Hände funktionieren immer noch nicht
"unbegrenzt". Ich muss meine Zeit an der Tastatur
gut einteilen. Lieber zwei-/dreimal an den Computer. Ist ja
auch nicht schlecht, wenn man den Computer mal lässt, ist
aber halt 1. mein Hobby und 2. arbeiten sollt ich ja auch
wieder können damit (Geld verdienen ;-)).
Meine Rückenschmerzen sind praktisch weg. Muss nur
vernünftig sein und keine blöden Drehbewegungen machen.
Die restlichen Schmerzen sind Liegeschmerzen. Ich kann mich
nicht so drehen und wenden wie Fussgänger, die machen das
automatisch im Schlaf. Das kann mein Körper nicht mehr
machen. Darum müssen wir aufpassen, dass wir uns keinen
Dekubitus (offene Druckstelle) holen.
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 | Mai 2010
8. Mai 2010 / 16. Mai 2010
REHAB
Basel - Zentrum für
Querschnittgelähmte und hirnverletzte Menschen
für den Trailer
hier klicken (die
Klinik stellt sich vor, super toll gemacht und
erklärt - schaut rein!)
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Meine
Operation: Liorésalpumpe implementieren
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Einrücken
am 13. April 2010. Frank hat mich gebracht und war bei
den Arztgesprächen dabei. Er kam mich an seinen
dienstfreien Tagen besuchen oder
wir telefonierten mehrmals täglich. Eine Reha ist
eine gute Sache. Ich bin in guten ärztlichen Händen
und wenn man fitter ist, ist man mit diversen
Therapien gut beschäftigt. Ich danke den Ärzten, den
Therapeuten und
dem Pflegepersonal für ihren guten und gelungenen
Einsatz! Ich fühlte mich in der Rehab Basel sehr gut
aufgehoben und von den Aerzten gut beraten.
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Die Zimmer
sind sehr schön rollstuhlgängig. Fröhlich sind die
bunten Badezimmer. Von froschgrün, pink, gelb und
hellblau. Ich mag orange. Nach 4 Nächten hatte ich
wieder mein eigenes Privatzimmer. Privatsphäre ist
mir sehr wichtig.
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14. April
2010 -
Die OP ist gut gelaufen -
die Naht auf der Bauchseite ist
9 cm lang und mit 14 Stichen genäht worden.
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14.
April 2010 -
Rücken - auch hier wenige cm.
die weisse Narbe ist vom Mai 2008 von der
Rückenoperation
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17. April
2010 -
Verbandswechsel -
die Naht sieht sehr gut aus sagt das Fachpersonal
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Obwohl die
Liorésalpumpe mit 8.7cm sehr gross ist, ist sie gut
im Bauch versteckt worden. Hier wird mit diesem
Handgerät die Dosis des Medikamentes per Funk höher
eingestellt. Das wird mit diesem Sender gemacht. Fast
täglich kamen die Fachleute vorbei um die Pumpe mit
5-8% Erhöhung einzustellen.
Es vergingen fast drei Wochen bis ich mit der
Einstellung 120 µg pro Tag entlassen werden konnte.
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Rasch
hab ich mich von der OP erholt und konnte stabil im
Bett essen. Das Essen war sehr fein.
Ich ass immer in meinem Zimmer. Ich liebe Ruhe und
möchte mich zeitlich selber einteilen.
Später ass ich immer am eigenen Zimmertisch.
Die Transfers Bett/Rolli gingen täglich besser.
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25. April
2010
die Heilung schreitet gut voran |
25.
April 2010 -
Ich erschrak bei diesem Foto... |
1. Mai 2010
-
aber kurze Zeit später ist auch diese Narbe sehr
schön verheilt.
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Bereits in
der zweiten Woche habe ich langsam angefangen mit
Therapien. Mit meinem eigenen Handbike in der
Sportgruppe. Das machte viel Spass (ich mit
Akku-Unterstützung). Spass machte mir auch
Tischtennis, Badminton und Rafroball.
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1.
Mai 2010 -
Diese Naht sieht schöner aus, als sie jetzt ist.
Sie ist etwas roter und breiter geworden. Auch noch
etwas wulstiger, was sich mit der Zeit wieder legen
sollte.
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Ich habe die
Operation (Liorésalpumpe) gut überstanden. Das
heisst: ITB-Therapie (Intrathekale
Baclofen-Therapie). Mit viel Vorfreude hab ich der
Operation entgegen gesehen und ich wurde nicht
enttäuscht. Ich habe wieder ein neues Leben mit viel mehr Lebensqualität
erhalten!
Ich bin sehr glücklich und es ist wunderbar mit der
Spastikpumpe
SynchroMed II
von Medtronic der allerneuesten Generation. Das
Medikament heisst Liorésal und der Wirkstoff
Baclofen. Es ist ein Muskelrelaxans. Da bei starken
Spastikern (wie ich) mit der oralen Dosis die Wirkung
nicht mehr erreicht werden kann, war die
Implementation der Pumpe die letzte Lösung. Die Pumpe
wurde ca. 2 cm unter die Haut am Bauch auf der linken
Seite gepflanzt und ein Katheter (sehr dünner langer
Schlauch) direkt in den Liquorraum (Rückenmark)
gelegt. Jetzt träufelt die Pumpe das Medikament
direkt dahin wo es wirkt. So brauche ich 100x weniger
Dosis als vorher.

Copyright by Medtronic -
Spastikpumpe SynchroMed II
Auf dieser Patienten-Dokumentation
wird alles Wissenswerte über die Pumpe beschrieben.
Wenn ich diese Infos schon vor 4 Jahren gehabt hätte,
hätte ich mich schon dafür entschieden. Ich hätte
mir sehr viel Leid ersparen können. Aber Hauptsache
jetzt als nie.
Am 14. April wurde ich zur Operation von der REHAB in
die Uniklinik Basel überbracht und nach knapp 4
Stunden wieder abgeholt. Ich war rasch wieder gut
drauf und schon nach wenigen Tagen verspürte ich eine
erste Wirkung. Fast täglich wurde die Lioresalpumpe
raufgestellt um die richtige Dosis, welche ich
brauche, herauszufinden. Täglich hatte ich
Physiotherapie, bin bereits wieder selber draussen
Rollstuhlgefahren. Ab der zweiten Woche durfte ich
nach Absprache mit den Ärzten die Therapien ausbauen
mit Handbiken, Tischtennis, Badminton und Rafroball.
Das hat Spass gemacht und hat mir gezeigt, dass viel
mehr wieder möglich ist.
Das Ziel der ITB-Therapie mit "Alltag
verbessern" habe ich erreicht:
Es zählen einfache Dinge, die für mich aber ganz
gross sind.
- ruhiges Sitzen wieder möglich
- Körperstabilität aber nicht verlieren dabei
- normales Rollstuhlfahren wieder möglich, sogar
sportliche Betätigungen
- stark verbesserte Koordination - Hände, Arme und
Beine funktionieren wieder unabhängig
- die Beine lassen mich in Ruhe und zerren nicht mehr
ständig unkontrollierbar an mir rum
- weniger Schmerzen
- bessere, sichere Transfers (via Rutschbrett vom
Rollstuhl z.Bsp. aufs Bett)
- ich kann wieder "Dinge" auf meinen Beinen
(Schoss) transportieren ohne runterzuschiessen
- eigene Pflege
- selber anziehen
- Körper lässt Eigen- sowie Fremdberührungen wieder
zu (ohne Spastik auszulösen)
- selber katheterisieren (ISK)
- ruhigere Nächte
- deutlich weniger Spastiken/Spasmen
Nachteile:
- Körperstabilität etwas weniger als vorher
=> neue Balance finden
- schwierige Transfers, welche ich die Spastik
gebraucht habe, viel schwerer möglich
- durch den lascheren Körper vermehrte
Arm-/Handeinsätze zum Stützen
=> dadurch Armschmerzen und am
Computer schreiben sehr erschwert, nur ganz kurz
Jetzt braucht mein Körper eine Pause. Die Pumpe
drückt mich, dass ist aber nicht so schlimm. Es muss
alles zuerst verheilen. Die Wunden sehen gut aus. Die
nächsten Wochen werden es zeigen, ob wir schon nahe
oder die richtige Dosierung der Pumpe erreicht haben.
Ich spüre meinen Körper gut und bei 100 µg
(Mikrogramm) wollten die Aerzte schon eine Pause
einlegen. Meine SynchroMed-II läuft jetzt auf 120
µg, die letzten 20 µg hatte ich mir erbettelt. Und
ich habe richtig gespürt. Meine Beine sitzen viel
länger brav auf dem Stuhl oder im Bett kann ich mir
die Beine fast strecken (leider nicht ganz und wenn
schon ähnlich, dann abwechslungsweise). Das tut
meinen Körper trotzdem gut. Auch das Stehtraining
klappt ohne grosse Gegenwehr.
Gegen den späten Abend bekomm ich meistens einen
Schmerzschub (chronisch?). Den kann ich mit
Tramaltropfen dämpfen. Die Nächte verlaufen auch
sehr viel ruhiger. Da ich jetzt wieder selber käthle,
erwache ich, wenn die Blase voll ist und ich muss via
ISK meine Blase leeren.
Ich geniesse jetzt vor allem wieder mein schönes zu
hause. Alles in allem habe ich weit über 400
Spitaltage und die vielen Einzeltage (botoxen,
Untersuchungen) gar nicht gerechnet in den Kliniken
zugebracht. Es reicht! (trotz Einzelzimmer mit TV,
Internet und Telefon).
Spastik ist nicht heilbar, die Pumpe hat mir bis jetzt
sehr viel Lebensqualität zurückgebracht.
Ich hoffe noch auf weitere Verbesserungen. Die Beine
haben immer noch genug Power (Streckspastiken), sind
immer noch genug aktiv und auch die verbundenen
Schmerzen kommen für ganz kurze Augenblicke zurück.
Ich bin noch lange nicht 100% einsetzbar. Es fällt
mir noch sehr schwer am Computer zu arbeiten (nur in
kurzen Etappen möglich). Die Hände schmerzen nach
einer Zeit, Schreiben fällt mir schwer
(Fingerkoordination). Habe noch keine so grosse
Sitzdauer. Ich bin guter Hoffnung, dass dies auch bald
wieder möglich sein wird.
Die groben Einschlafstörungen sind noch nicht
gelöst. Der Körper krabbelt und ich werde ganz
nervös. Versuche Lösungen zu finden von
Nachttraining und bis draussen im Garten herumfahren
und so nochmals Sauerstoff zu tanken.
Die nächste Etappe in einigen Monaten wird auch die
Reduzierung der weiteren Medikamente sein, wenn das
möglich ist.
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 | April 2010
Nachträge:
- 9. April verstirbt mein heissgeliebter Kater Darwin
an Nierenversagen.
- 12. April Besuch im APS, Auffangstation für Papageien und
Sittiche.
Übergabe der Futterspende der
Vitakraft-Kräcker. Hier geht's zur Fotogalerie.
- 13. April, Einrücken in die REHAB-Klinik Basel.
- 14. April, OP-Termin "Liorésalpumpe
einpflanzen".
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 | März 2010
Ich bin via
eMail immer erreichbar, auch in der Klinikzeit.
Ich werde unseres Netbook wieder mitnehmen.
Meine Physio-/Hippotherapeutin kommt seit diesem Jahr
zu mir nach hause für die Therapie (1x/Woche), weil
ich eine grosse Bobathliege im Therapiezimmer stehen
habe. Leider hatte ich die letzten Jahre
unregelmässig Hippotherapie, weil ich nicht immer
teilnehmen konnte.
Sie arbeitet nicht nur mit meinem Beinen, um diese
durchzubewegen und die Spastik zu beruhigen. Sie macht
mit mir auch eine Myoreflextherapie.
Durch die immer gleiche Belastung durch das
Rollstuhlfahren und das weniger Training hat sich eine
Muskelverspannung in den Schultern/Kopfbereich
aufgebaut. Diese werden jetzt behandelt. Es werden
bestimmte Punkte im Körper gesucht, die gedrückt
werden und es wird Schmerz (dort wo die Verspannungen
sitzen) in der Tiefe ausgelöst. Der Druck wird
mehrere Minuten gehalten. Bis der Muskel loslässt und
der Schmerz verschwindet.
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26. März
2010
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Frank
und ich haben heute unser 3-jähriges Jubiläum.
Irgendwie "erst" und wir fühlen uns schon
"ewig" verbunden. So schön, dass ich ihn
kennen lernen durfte. Endlich ein Mann, der soviel
Verständnis für mich hat, mich jederzeit
unterstützt und alles für mich macht, was ihm
möglich ist. Ich wünsche jedem so eine
aussergewöhnliche Partnerschaft.
Vielen Dank Frank für all Deine Unterstützung und
für Deine grosse Liebe.
Mitte März waren wir noch zur Kontrolle in Basel. Die
Blutwerte sind fast alle sehr gut. Vitamin D war noch
sehr tief. Ich bekam 300'000 Einheiten oral
verabreicht, um mein Depot aufzufüllen. Ich fühlte
mich zwei Tage danach schon besser und fitter am
Morgen, obwohl ich jede Nacht mit meinen Spasmen
kämpfe und diese mich wenig schlafen lassen.
Meine Aerzte versuchen mir mit den Medikamenten, die
wir immer etwas anpassen, Erleichterung zu geben,
damit ich besser schlafen kann. Ich spüre aber, dass
das einzige was mir wirklich Erleichterung bringen
kann die Operation ist.
Ich habe Angst und Freude zugleich. Der
Operationstermin steht. Ich werde dann 2 - 4 Wochen in der Klinik sein. Wir haben sehr viel Hoffnung in diese Operation. Ich leide leider
an immer stärkeren Krämpfen, vor allem nachts. Wenn diese aufhören und ich wieder ruhig schlafen könnte - ein Leben (fast) ohne Schmerzen - das wäre sehr schön. Weniger Medikamente nehmen müssen, das wird meine Lebensqualität wieder erhöhen.
Frank wird mich
immer wieder einmal besuchen kommen. Die Klinik ist
nicht in der Nähe und Frank muss arbeiten. Wir werden
viel telefonieren. Meine Tiere brauchen ihn auch, vor allem der
Kater Darwin, auch wenn er (der Kater) es nicht
zugeben würde.
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normale Begrüssung von Darwin, meistens,
sobald Frank einen
Gegenstand in der Hand hält
(wie jetzt die Kamera).
Mehr von Kater Darwin auf
seiner Site.
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Mein
Wunsch zum Jubiläum, ein paar Stunden in der APS bei
den Papageien. Die kurze Ablenkung tut mir gut.
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12. März
2010
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Darwin,
mein Beschützer. Er kommt jeden Abend seine
Streicheleinheiten abholen. Er kuschelt sich gerne an
mich, aber sehr oft legt er sich breit auf meinen
Rollstuhl. Es braucht dann schon Überzeugungskraft,
wenn ich den Stuhl zurück haben möchte.
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Es
geht mir schon viel besser. Immer vorausgesetzt, ich
bin vernünftig und halte mich an die ärztlichen
Anweisungen. Ich liege zeitlich sehr lang, immer
wieder versuche ich auf dem Rücken zu liegen, das
gibt einen Druck auf den Rücken (dort wo das
Liquorkissen war), entspanne meine Beine und lasse den
Morgen sehr gemütlich angehen.
Am Nachmittag irgendwann packt es mich und ich will an
meinem grossen Computer im Büro. Da ich mir eine
falsche Körperhaltung vor dem Computer angewöhnt
hatte (und viele Probleme dadurch bekam), darf ich nur
ganz kurz und bewusst dran sitzen. Schulterblätter
zurück und runterdrücken (meine Physiotherapeutin
hat mir eine super Eselbrücke für diese Übung
mitgegeben - "die Schultern hinten zusammen und
in die Hosentaschen schieben wollen"). Es klappt
schon ganz gut und die Schmerzen im Sitzen sind schon viel
besser geworden. Mir war oft der rechte Arm/Hand
eingeschlafen und ich bekam sogar ein taubes Gesicht.
Wir hatten ja zusammen mit meinen Neurologen die
Nervenbahnen abklären lassen, die sind in Ordnung und
auch das MRI zeigte keine Auffälligkeiten am
Rückenmark. Ich mache diese Uebungen (und weitere Schulterübungen)
mehrmals täglich und versuche im Alltag bewusst
daran zu denken, wie ich sitze.
Auch die Sitzbeinschmerzen sind weg, seit ich
weniger sitze, meinen Popo schone und wenn schon
sitze, dann auf meinem Gelpad, welches eine gute
Druckverteilung macht. Die Knochenhautreizung ist
abgeheilt. Auch habe ich wieder ein besseres Gefühl
auf der linken Poseite und die verlorene Sensibilität
(da war was verklemmt im Rücken?) ist fast
zurückgekommen. Schön. Das hatte mir schon recht
Angst gemacht. Die Druckstelle am Beckenrand oben ist
auch weg. So kann es gut bleiben!
Weil es meinem Körper besser geht, habe ich
natürlich wieder weniger Schmerzen und dadurch
weniger Spastiken. Somit wieder bessere Laune und eine
positivere Grundeinstellung! Auch das schönere Wetter
tut sein Ding dazu!
Auch das Schlafen klappt schon viel besser. Leider mit
Beruhigungs-/Schlaf-Medikamenten, die nehme ich aber
gestaffelt. Auch ganz wenige Tropfen Tramal
(Schmerzmedi). Wenn ich richtig gut schlafen kann und
mich meine Beine in Ruhe lassen, habe ich auch wenig
Schmerzen/Krämpfe, dann ist mein Körper auch
bedeutend besser ausgeruhter und dass heisst für mich
wieder: ich fühle mich fitter und bin dadurch auch
wieder leistungsfähiger.
Ich warte immer noch auf die beiden Kliniktermine, dem
Schlaflabor und das mit der Liorésalpumpe. Wenn's
klappt, dann kann ich mir viele Medikamente sparen! |
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 | Februar 2010
28.
Februar 2010
Es geht mir sehr gut, tagsüber. Leider, sobald ich
schlafen will, ist mein Körper "krabbelig"
wie verrückt und trotz Spezialmedikamente lässt mich
mein zuckender Körper nicht schlafen. Ich warte auf
meine Liorésalpumpe und hoffe auf Besserung.
Vor zwei Tagen konnte ich bereits einen Besuch
im APS, in der Auffangstation für Papageien und
Sittiche machen. Es hat mir sehr gut getan. Allerdings
war es vermutlich doch etwas zu kalt und zu
anstrengend für mich. Am Abend surrte mir wieder der
Kopf.

Gestern: Ausflug in unserem Dorf, mit dem Swisstrac
den Berg hinauf und die warme Sonne geniessen. Im
Hintergrund ist das schöne Toggenburg zu sehen und
den Säntis (links).
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21.
Februar 2010
Notfall am 14./15 Februar 2010 wegen Überanstrengung
Am Samstag und Sonntag hab ich wieder etwas länger am
Computer gearbeitet. Ich dachte, ich seie fit genug.
Am Sonntag hatte ich auf einmal stechende
Rückenschmerzen und ich hatte wieder
Sprachstörungen. Der Verdacht war sofort klar -
Liquorverlust! Ich liess Frank meinen Rücken
kontrollieren und er stellte ein grosses Liquorkissen
fest. Sofort PC runterfahren und ab ins Bett. Hartes
Kissen unter den Rücken auf die Stelle als
Druckverband legen und draufliegen. Sofort haben wir
mit dem diensthabenden Arzt in Basel telefoniert. Da
in der Zwischenzeit das Liquorkissen bis zum Rückruf
etwas kleiner geworden ist, hatten wir mit der REHAB
abgemacht, dass wir am Montag, 15. einen Termin in Basel zum
Ultraschall wahrnehmen wollen. Und wenn es schlimmer
wird, dann dürfte ich als Notfall selbstverständlich
sofort kommen oder auch nach St. Gallen ins
Kantonsspital fahren. Wir haben dann den Termin am
Montag wahrgenommen.
Das Ergebnis: Ein Liquorkissen (zum Glück nur
noch einen Quadratcentimeter)
sieht aus wie ein Wolfskopf!
und eine Rückenmarkshautreizung (weil der
Schlauch im Rückenmark eine "Microverletzung"
gemacht hat). Jetzt musste ich viel liegen. Ich hab
bis gestern durchgehalten (15.-20.). Ganz schön
blöde so im Bett rumzuliegen und TV zu schauen.
Operation 2
Ende März werde ich das Aufgebot bekommen für den definitiven
Pumpeneinbau. Ich werde dann mind. einen Monat in
der REHAB in Basel liegen.
Operation 3
Schlafapnoe - Ärger mit dem Luftbekommen durch enge
Atemwege/Nasenwände
Schon letztes Jahr war ich beim HNO-Facharzt wegen
meinen engen Nasenwänden und ich oft eine so
verstopfte Nase habe, so dass ich unter arger Luftnot
leide. Da viele Tetraplegiker auch unter Schlafapnoe
leiden wurde ich im REHAB mit einem Gerät, welches
ich über Nacht tragen musste, getestet. Was für ein
Schock. Ich wurde positiv auf Schlafapnoe
getestet mit 28
Atemaussetzer gemessen. Der schlimmste Aussetzer war,
ich habe eine Minute nicht mehr geatmet und der
Sauerstoff im Blut ist auf 86% runter.

Damit ich wieder besser Luft bekomme und damit hoffe,
dass ich nicht mehr ganz so viele Atemaussetzer haben
werde, habe ich mich entschlossen die Operation
wahrzunehmen.
Operation Nr. 4-?
Meine missglückte Rückenoperation macht mir immer
mehr zu schaffen. Sobald ich sitze, schläft mir mein
Unterleib ein und zwar auf der hinteren Po-Seite, vor
allem links. Wenn ich mich berühre, dann spür ich
fast nichts mehr. Meine Blasen-/Darmfunktion ist davon
auch betroffen! Sie ist deutlich schlechter geworden
wie vor der OP. Vor allem seit Dezember 2009 hab ich
nochmals stark abgebaut. Die Aerzte finden, da müsste
man nicht sofort handeln. Hää?
Die Operation ist sehr schwer und auch riskant. Und ob
es danach besser ist, ist auch offen. Also das einfach
als "kleineres Übel" anschauen?
Fachchinesisch liest sich das so:
Lumbale
Spinalakanalstenose mit lnstabilität LWK4/5, ED 04/08
-St. n. mikroskopassistierter Dekompression L4l5 von re und dorsale interkorporelle
Spondylodese L4/5 von re mit Eigenspongiosa linker Beckenkamm, Kimba-Cage bei
Z.S.OA- (Dr. J.C. Ward, Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg, St.
Gallen) lumbaler Spinalakanalstenose mit lnstabilität LWK4/5 05/08
-St. n Schraubenlockerung LWK5, mässiggradige
Spondylophyten, erhebliche vorwiegend
spondylogene, rechtsforaminale Enge und Spinalkanalstenose L4l5 (CT
LWS 26. 3.09) Pseudoarthrose
-lndikation für operative Revision (Entfernung Pedikelschraubensystem L4l5 von
dorsal, ventrale, intercorporelle interkorporelle Korrektur der Spondylodese L3/4-
LS/S1, dorsale Stabilisation L3-5 mit Pedikelschraubensystem gemäss Dr. Ward) |
Da mir oft die OP-Stelle weh tut,
sind wir am Überlegen, ob ich einfach die Schrauben/
Gestänge entfernen lassen soll, die nützen wegen der
Lockerung ja eh nichts. Aber was nicht repariert
werden kann, ist die schmerzende Stelle, wo ich mir
eine Eigenknochenspende gemacht habe. Da wurde mit
keinem Wort erwähnt, dass dies in Zukunft schmerzhaft
ist!
Operation Nr. ?
Oft ist mir nach dem Essen schlecht, sobald das
Gericht etwas schwer für meinen Körper ist. Meine
Galle hat zwei grosse Steine und die mag es gar
nicht, wenn sie etwas mehr arbeiten muss. Die Option
für die Gallen-OP lasse ich mir offen. Ich habe
wichtigeres vor mir!
Druckstelle auf der linken Poseite - Dekubitus
verhindern!
Weniger Spastik hilft bestimmt und wichtig ist
regelmässiges lüften des Popos.
Wegen meiner missglückten Rückenoperation bin ich
ganz schräg zusammengewachsen und habe dadurch eine
falsche Sitzhaltung. Der Druck geht vor allem auf das
linke Sitzbein, welches dadurch vermehrt belastet
wird. Um einen Dekubitus
zu verhindern werde ich so bald als möglich ein
Roho-Sitzkissen besorgen müssen, damit die
Druckentlastung besser wird.
Gefühlsstörungen im Gesicht und rechter
Arm schläft ein
Ob das von den vielen Medikamenten ist oder ich meinen
rechten Arm zu viel brauche (ständiges Aufstützen)
muss alles noch abgeklärt werden. Die ersten
Untersuchungen haben wir schon im Dezember 2009
gemacht. Ich muss versuchen mich zu schonen, nicht
ständig abstützen (wie auch, mir fehlen viele
Muskelfunktionen). Wenn ich in der REHAB bin, dann
möchte ich es abklären lassen. Die
Gefühlsstörungen dachte ich, seie mit dem
Liquorverlust zu erklären, doch mein Facharzt meinte,
das hätte er noch nie gehab in diesem Zusammenhang.
Warten wir's doch einfach ab....
Und zum Schluss gute Nachrichten
Ich habe wegen der heftigen Spasmen das Liorésal
erhöht. Dadurch hatte ich Probleme meine Arme/Hände
richtig zu benutzen (wie auch, bei den starken
Muskelrelaxansen).
Ich hab jetzt alle Tabletten wieder auf normal und
jetzt ist die Spastik zwar wieder da, doch die elektrisierenden
Spasmen sind wieder verschwunden.
Auch haben wir meine groben Schlafstörungen viel
besser im Griff. Habe ein neues Medi bekommen und wir
haben einiges geändert. Guter Schlaf ist
lebenswichtig.
Es tut gut wieder so richtig lange schlafen zu
können!
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13./14.
Februar 2010
Die letzten 14 Tage waren sehr turbulent. Ende Januar hatte ich das Aufgebot von der REHAB Basel bekommen für die
provisorische (externe) Liorésalpumpe zum Einbauen.
Bei Ankunft konnten wir kurz mit meiner Neurologin sprechen
und ich erfuhr, dass ich dann nicht verzweifeln sollte,
falls starke Kopfschmerzen auftreten sollten. Sie würden
sicher wieder weggehen. Ich bräuchte viel Geduld. Zeitraum
offen.
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am Eingangsbereich der
REHAB Basel
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am Bett auch immer online
möglich
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schönes ruhiges
Einzelzimmer
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Lavabo, WC und bodenebene
Dusche
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Auch mit den kommenden Arztgesprächen wurden wir sehr
positiv auf die Pumpe eingestimmt, so dass ich mich schon
darauf freute. Weitere Nebenwirkungen wurden nicht erwähnt.
Was mich erfreute, gleich nach dem Eintrittsgespräch
bekam ich einen Freistehbarren auf mein Zimmer gestellt und
ein Motomed in den Aufenthaltsraum. Leider hatte es in den
ersten Tagen kein freies Einzelzimmer, so dass ich
"mein" Zimmer die ersten Tage mit einer jungen
CP-Patientin geteilt hatte. Ich bekam erst am OP-Tag an
Dienstag auf den Abend ein Einzelzimmer. Ich mag das
einfach, ich kann mich dann wirklich entspannen und habe
meine liebe Ruhe.
Provisorische Liorésalpumpe gegen die Spastiken/Spasmen
Am Dienstag, 2. Februar wurde ich in aller Frühe von
einem Krankenwagen des Unispitals Basel abgeholt und in den
dortigen OP-Raum gebracht. 6 Spezialisten warteten auf mich
und ich bekam einen Venflon in den linken Handrücken
gepickt (aua-aua) und eine lokale Anästhesie in den
Rücken. Ich war erst dann nervös. Durch die lokale
Anästhesie bekam ich die ganze OP mit und ich konnte meinem
Nervenchirurgen genau berichten, wann es mich elektrisiert
und wenn es wieder ok ist. Ich bekam nämlich erst im OP
mit, dass der Schlauch im Rückenmarksbereich auf der Höhe
L3 bis zu 25-30cm Länge! ins Rückenmark geschoben wird.
Wir hatten es noch recht lustig im OP (Medikamente?). Der
sehr nette Anästhesist hatte mir die ganze Zeit
"Händchen" gehalten. Die Operation war nach einer
halben Stunde vorbei und ich musste in den Aufwachraum zur Überwachung.
Zwei Stunden später war ich bereit zum Rücktransport in
die REHAB Basel. Die externe Pumpe war jetzt eingebaut, aber
noch nicht aktiviert.
Die Spezialisten in der REHAB hatten erst am Abend Zeit um
die Pumpe zu aktivieren.
Nach drei Stunden mit der Minimaldosierung hatte ich das
Gefühl, dass mir der Kopf anfängt zu rauschen und nach 7
Stunden (in der Nacht) hatte ich bereits lahme Beine. Dass
es so rasch gehen würde hatten selbst die Spezialisten
nicht für möglich gehalten. Ich hatte einen Rekord
aufgebaut (normal sind zwei Tage).
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Operationsstelle, Pumpe,
unter der Haut verlegter Schlauch, Punktionsstelle des
Rückenmarks
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so sieht die externe
Liorésalpumpe aus
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Die nächsten Tage waren "schön", und ich hatte
einen sehr guten Erfolg mit der externen Pumpe (leider
konnte die Dosierung aber nie erhöht werden, der Spezialist
war an einem Kongress in Wien). Es hiess schon, in der Regel
kann man die externe Pumpe nur für kurze Zeit anschliessen
so bis zu 6 Tage. Aber wenn der Körper jetzt schon
reagiert, dann ist der Test positiv verlaufen. Und
erst noch mit der Minimaldosierung. Jetzt wissen wir, dass
mein Körper gut darauf reagiert (die kritische Frage ist
nur, wie lange?).
Schon am Freitag war ich so fit, dass ich am
Physiotrainingsprogramm in der Halle unten teilnehmen
konnte. Doch leider nicht für lange....
Den Tag weiss ich nicht mehr. Ich hatte gemerkt, dass ich
ein feuchtes T-Shirt bekommen hatte, hatte dies aber dem
unvorsichtigen Trinken aus der Flasche oder dem
unvorsichtigen Händeln mit dem Katheterventil
zurückgeführt. Oder ich war mal beim Anziehen am Schlauch
hängen geblieben? Das Pflaster hatte ich mir nämlich
abgerissen. Die Pflegefachkraft hat mir ein neues Pflaster
gemacht und nichts gesehen.
Am Samstag kam Frank zu Besuch. Als er mir geholfen hat mit
dem Wenden im Bett, hatte er gesehen, dass ich auf einer
grossen feuchten Stelle im Bett gelegen bin. Bis jetzt
hatten die Pflegekräfte wenig auf die Wunde geschaut bzw.
wenn, dann wurde nichts festgestellt. Wir alarmierten die
zuständige Pflegefachkraft und baten um den zuständigen
Arzt. Der Assistenzarzt hatte so was noch nie gesehen. Auch
staunte er, weil ich über keine Kopfschmerzen klagte (ok,
einen kleinen Druck hatte ich schon) und noch so fit bin. Er
meinte, er könnte sich fast nicht vorstellen, dass es sich
um ein Liquorleck
handeln würde. Zusammen mit einer zuständigen
Pflegefachkraft wurde ein wasserundurchlässiges Pflaster
geklebt um festzustellen, woher die klare Flüssigkeit
gekommen war. Auch Frank konnte sich zunächst kein
Liquorleck vorstellen.
Da ich wieder in Schuss kommen wollte und wir etwas beruhigt
waren, nahm Frank mich auf und wir sind noch vor die Türe
gefahren um frische Luft zu schnappen.
Danach hatte ich das Gefühl noch etwas Stehtraining zu
machen. Ich bekam davon heftige Kopfschmerzen, hatte
Sprachstörungen und musste
zurück ins Bett. Frank hatte dann auf die Wunde geschaut
und gesehen, dass es wieder feucht geworden ist an der
Stelle. Wir hatten dann wieder den Arzt rufen lassen.
Der Oberarzt ist am Abend noch vorbeigekommen (Samstag),
leider erst dann, als Frank wieder weg war. Auch er konnte
sich nicht wirklich einen Reim daraufhin machen und
telefonierte mit demjenigen Facharzt, der die Pumpe
eingebaut hatte. Dort hiess es, es seie nichts
ungewöhnliches und die Pumpe müsste sofort raus,
damit nichts schlimmes passieren kann (Bakterien, welche in
den Schlauch kriechen und das Rückenmark entzünden
können) und ein weiterer Liquorverlust sofort gestoppt
werden musste.
Dann ging alles ganz schnell. Notfallmässig hatten
die beiden Aerzte mir den Schlauch noch auf dem Bett
ziehen können und die Pumpe entfernt. Ich wurde
kurzerhand aufgeklärt, dass meine Spastik heftiger
zurückkommen könnte! Jetzt hiess es Druckverband und
darauf liegen. Ich kann schlecht auf dem Rücken liegen und
nach einigen Stunden bekam ich fast die Krise. Als
nachgefragt worden ist bekam ich die erlösende Antwort vom
Arzt, ich darf auch wieder auf der Seite einschlafen.
Bereits nach 3 Stunden hatte ich wieder die ersten Spasmen
und ich konnte nicht schlafen. Als ich dann in der Nacht
aufwachte, hatte ich fast meine alte Spastik wieder, aber
noch nicht ganz so heftig.
Beim Austrittsgespräch am Dienstagabend meinte die
Stationsärztin, sie seie seit drei Jahren in der REHAB und
hätte noch nie ein Liquorleck gesehen. Da blieb das Pech
wohl wieder einmal an mir hängen.
Bis heute entwickelte sich durch die
Rückenmarksmanipulation die Spastik/Spasmen so heftig,
dass ich nicht mehr richtig schlafen kann. Die Beine
sind wie elektrisiert und zucken schmerzhaft. Ich bin mir
nicht sicher, hätte ich das zulassen sollen und warum
wurden wir so wenig aufgeklärt? jetzt muss ich die
Pumpe haben. Es ist meine einzige Chance. Die
Kopfschmerzen sind zurückgegangen, ein kleiner Trost. Die
Spasmen und die heftigen Schlafstörungen lassen mich fast
wahnsinnig werden!
Es reicht mir langsam und ich bin in voller Panik! Frank hat
bis heute viel Beruhigungsarbeit geleistet! Und bleibt nur
die Zukunft offen, die wir positiv gestalten wollen.
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Januar 2010
27.
Januar 2010
Es ist allerhöchste Eisenbahn, wie es so schön heisst. Ich
halte meinen Zustand nicht mehr aus. Die Operation
"Liorésalpumpe auf Probe" steht vor der Türe.
Mein Rückenmark erhält das Medikament direkt reingespritzt
und ohne
grosse Umwege über den Magen, wo die Nebenwirkungen sehr
gross sind und der Nutzen klein geworden ist. Wenn's funktioniert, wird
die Pumpe
in den Körper versenkt. Durch die Spastikreduktion wird
es auch weniger Schmerzen geben, welche mit diesen Krämpfen
zusammen hängen. Mein Rücken wird auch geschont, wenn die
Muskeln nicht ständig an der kaputten Stelle herumzerren.
Wir sind alle jetzt schon auf das Ergebnis gespannt. Auf der
einen Seite freue ich mich auf die OP resp. auf das
Ergebnis, aber auf der anderen Seite hab ich auch Angst. Und
der lange Spitalaufenthalt ist ja auch nicht gerade eine
grosse Freude. Wieder fremden Leuten ausgeliefert sein.
Hoffe, dass ich nicht so lange bleiben muss und mich mein
Partner zuhause versorgen kann.
15. Januar 2010
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Der kleine helle Kern im
Rückenmark, das ist mein Querschnitt im Hals C6. Fast
unglaublich, dass so ein kleines Korn von 6mm
(unverändert zum Glück) eine so grosse Auswirkung
auf mein Leben hat.
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Mein Rückenschaden
Lendenwirbel 4 und 5.
Hier sieht man deutlich wie verquetscht und verwachsen
alles ist.
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Am 12. hatte
ich mein MRI (Magnet-Resonanz-Untersuchung) in Vollnarkose
im Kantonsspital St. Gallen. Ich wurde für eine
Stunde schlafen gelegt, damit der MR-Scan klare Bilder
von mir machen konnte. Das ist gut gelungen. Jetzt
habe ich die Gewissheit, dass mein Querschnitt nicht
schlimmer geworden ist, erklärt aber nach wie vor
nicht, weshalb ich eine so starke Spastik entwickelt
habe. Die Beurteilung hat St. Gallen gemacht. Die
Bilder gehen noch zu meiner neuen Neurologin in Basel
im REHAB.
Auf dem zweiten Bild sieht man meinen kaputten
Rücken. Angeblich hat man dort kein Rückenmark mehr,
sondern nur noch Nerven, die rausgehen. Für mich ist
ganz klar, dass meine starken Schmerzen aus diesem
Problembereich entwickelt wurden. Immer wieder habe
ich ganz starke Schmerzschübe. Die Beine tun sehr weh
und damit arbeitet die Spastik, welche dann wieder
neue Schmerzen machen und am Rücken und meinen Beinen
zerren. Ich bin dann in einem richtigen Strudel drin.
Wenn das passiert, dann nehme ich Tramal-Tropfen und
versuche den Schmerz mit Bewegung und Aufdehnung zu
beruhigen. Ich verfüge hier zuhause zum Glück über
ein komplett eingerichtetes Therapiezimmer. Meine
Bobathliege (breitere Therapieliege) leistet mir gute
Dienste. Heute habe ich den Schmerz mit dem
Bauchlagentraining beruhigen können.
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Qualvolles
Aufdehnen der zusammengezogenen Muskulatur. Erst nach
sicher 20 Minuten kann ich einigermassen liegen (zuvor
wehrt sich der Körper), jedoch leider nur mit angezogenen Unterschenkeln, ein Strecken ist
unmöglich. Diese Übung ist nur mit Hilfe einer
zweiten Person auszuführen.
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Einen Tag
nach dem MRI hatte ich eine Besprechung mit einem
Wirbelsäulenspezialisten in einem anderen Spital.
Obwohl er im Vorfeld eingebunden worden ist, er den
MRI Bericht erhalten hatte, war er absolut
unvorbereitet für unser Gespräch. Er wirkte hektisch
und machte uns den Anschein, als wolle er uns so rasch
als möglich "abarbeiten". Wir hatten ihm
zudem noch alle gesammelten Röntgenbilder
mitgebracht. Während des Gesprächs überflog er den
MRI-Bericht. Er meinte, dass meine Spastik und dadurch
meine Schmerzen nicht vom operierten Rücken her
kommen könne. Und eine weitere OP würde meine
Probleme nicht lösen. Er könne mich schon operieren,
wenn ich unbedingt wollte. Es seie eine sehr schwere
lange Operation. In dieser könne er mich wieder
gerade richten und die Wirbelkörper stabilisieren. Er
fragte mich aber auch, ob es mir egal seie, wenn ich
meine Füsse danach nicht mehr bewegen könne. Häää???!!
Der Termin war eine einzige grosse Enttäuschung.
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4. Januar
2010
Noch im Dezember war ich in Basel bei meiner neuen
Neurologin. Sie kennt sich gut aus mit
Querschnittgelähmten. Sie hat nun den Verdacht, dass ich
noch einen weiteren Rückenmarkschaden habe, weil ich immer
stärkere Spastik bekomme und Schmerzen. Also bevor wir eine
Liorésalpumpe implantieren, muss dies gut abgeklärt sein
(Ursache suchen, nicht Symptome bekämpfen, das hatte ich
jetzt lange genug).
Heute war ich zum MRI in St. Gallen. Das gesamte Rückenmark
sollte gescannt werden. Für die Magnetresonanz-Untersuchung
wird man in eine ganz enge Röhre gesteckt. Doch leider
liessen sich meine Beine nicht strecken und mit ganz viel
Mühe ging es dann doch noch knapp. Aber leider nur für
Minuten. Dann wurden die Bilder durch die Spastik so
verwackelt, dass die Ärzte abgebrochen hatten. Ich war
darüber sehr froh, dann ich hatte so starke Schmerzen
bekommen, dass ich keine Minute länger durchgehalten
hätte.
Die Lösung ist jetzt, dass ich einen neuen Termin erhalte
und ich dazu in Kurznarkose gelegt werden muss, damit die
Bilder brauchbar ausgewertet werden können. Egal wie, es
muss nur rasch geschehen. Ich brauche dringend eine Lösung
für meinen Zustand. Ich sehne mich nach mehr
Lebensqualität.
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1. Januar
2010
Und
wieder ist ein Jahr rum. Mir steht eine schwere Zeit bevor.
Ich kämpfe nach wie vor jede Nacht mit meiner Spastik,
welche mich mit Krämpfen und Schmerzen plagt. Zur Zeit sind
mehrere Ärzte dran (arbeiten zusammen), wie sie mir am
besten helfen können, um mir wieder ein besseres Leben zu
ermöglichen.
Sie sprechen von mehreren Operationen. Was, wie, wann - muss
noch geklärt werden. Ich habe Angst. Ich muss aber auch
vertrauen, denn alles soll gut werden.
Im November/Dezember hatten wir schöne, aber anstrengende,
Ferien auf Teneriffa verbracht. Hier geht es zum Reisebericht.
Auch hab ich einen
kleinen Bericht mit Fotos über unsere Besuche im APS,
der Auffangstation für Papageien und Sittiche in Matzingen
verfasst.
Querschnittgelähmte haben oft Probleme mit der
Körpertemperatur.
Für mich habe ich folgende "Wege zur Linderung" gefunden:
- bei kaltem ganzen Körper (mit der Hand prüfen oder
prüfen lassen):
- auch im Haus Schlupfsack anziehen (mit heissem
Traubenkernsäckli drin)
- auf warme Kleidung achten (auch wenn ich die Kälte
nicht spüre)
- heiss baden / duschen
- mit Wärmematte schlafen (Achtung, nicht zu warm!)
- immer gut zu decken
(sollte klar sein,
leider "fege" ich in der Nacht oft die Decke
weg)
- Bewegung versuchen (Motomed,
Stehtraining, Hanteltraining etc.)
- bei kalten Beinen
- doppeltes Sockenpaar anziehen
- Angorawäsche für Knie und Waden
- bei kalten Füssen
- heisse Fussbäder helfen
- Rollstuhl angepasst
@ Wir mussten feststellen, dass je
länger je mehr meine Füsse nicht mehr
korrekt auf
den Fussrasten abgestellt werden konnten. So hatten wir
die Idee,
passende Holzklötze drauf zu schrauben. Es ist nicht mehr
ganz so
leicht mit der Handhabung, weil die Fussrasten angeklickt
und
auf die
Seite verschoben werden müssen (Transfer oder Uebungen).
Seit der
Anpassung sitzen meine Beine ruhiger im Rollstuhl und auch
die
Durchblutung ist viel besser geworden - endlich warme
Füsse!
Fussgänger sollten Sport machen, Rollstuhlfahrer müssen
Sport machen
Dieses Motto hab ich mir wieder fest vorgenommen. Weil
ich immer Rückenschmerzen habe, hab ich das Training
reduziert, was mir wiederum für die Rücken-, Schulter- und
Halsmuskeln nicht gut getan hat. Jetzt bin ich wieder dran,
jeden Tag mehrmals mein Hanteltraining zu absolvieren. Auch
wieder mit dem Minitrimmer für die Arme zu arbeiten, meine
Balanceübungen, Schulter stärken mit Ball werfen. Beine durchstrecken. Für einige Übungen brauche
ich eine Hilfsperson (Frank). Ich habe meine
Hippotherapeutin (Physiotherapeutin) gefragt, ob sie mir
helfen würde mit den Übungen, um mich wieder auf einen
besseren Stand zu bringen. Sie hilft mir sehr gerne und wird
in Zukunft zu mir nach hause kommen. Ich habe einen eigenen
Therapieraum mit einer grossen Bobathliege, eine
Hantelsammlung, div. Bälle, eine Körperrolle, Matten,
Matratze, Therabänder. Es ist alles da, um eine gute Physiotherapie
zu hause zu machen. Ich freue mich darauf. Es ist mir leider
seit meiner Rücken-OP nicht mehr möglich die Hippotherapie alleine wahrzunehmen.
Ich muss von Frank hin gefahren werden, aber auch er muss
manchmal Montags arbeiten.
Durch die (kommenden) Veränderungen sehe ich wieder eine
Chance auf eine Verbesserung meiner Lebensqualität.
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