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Friesenlovecoach
Petra S. von Känel
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meine Monatsblogs - Jahr 2012
- mein Leben im Rollstuhl
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Archiv: aktuell
- 2011 - 2010 - 2009 - 2008 - 2007 - 2006
- 2005
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Hallo zusammen
vielen Dank für Eure lieben gute Besserungswünsche. Lieb von Euch, dass so viele Menschen an mich denken.
Das macht mir Mut und Zuversicht, auch wenn es mir manchmal sehr schwer fällt. Ihr habt mir oft dieselben Fragen gestellt.
Deshalb hab ich mir gedacht, ich beantworte diese Fragen direkt hier.
Neu werden die Einträge per Datum veröffentlicht, damit das Neueste immer gut ersichtlich ist.
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 | Februar 2012
4.
Februar
2011
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Ich werde
von der Anästhesie befragt. Ist es auch
die richtige Patientin? Bitte Name und Geburtsdatum.
Und welchen Eingriff bekommen Sie? Alles klar und
es geht los. Frank unterstützt mich dabei und hält
Händchen (super Frisur hab ich. Schön plattgedrückt
von der Kappe, die ich bei den eisigen Temperaturen
trug).
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Dr. Jürg
Müller ultraschallt meine Blase.
Er prüft alles akribisch, ob alles in Ordnung ist.
Wie die Blase liegt und mein Dauerkatheter.
Ob meine Blase auch gesund ist.
Alles bereit zum kleinen Eingriff.
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Gestern
hatte ich meine "Mini-Operation". Die
Vorbereitung mit Blutabnahme und Urin ins Labor
bringen hat mein persönlicher Fachpfleger Frank im
Vorfeld hier von zu hause erledigen können. Ich
durfte dann zu einer angenehmen Zeit im Kantonsspital
St. Gallen auf der Tagesstation einchecken. Ich bekam
eine Cystostomie gelegt. Das ist ein Schlauch
durch die Bauchdecke in die Blase, damit der Urin
ablaufen kann. Ich habe seit Mai 2008 immer wieder
einen transuretralen Dauerkatheter getragen. Ein
langer Katheter, der durch die Harnröhre geht und in
der Blase geblockt wird mit einem Ballon. Aussen kommt
ein Ventil dran, damit die Blase weiterhin trainiert
wird mit der Füllmenge, sprich Urin. Sonst würde die
Blase schrumpfen (die Blase ist ein Muskel!). Nur kurz
waren die Momente, wo mir Frank ISK (katheterisiert)
gemacht hat. 7x am Tag müsste man katheterisieren.
Darum ging das nur, wenn Frank dienstfrei hatte. Die Idee war mal, dass ich wieder selber
ISK machen könnte, wenn mein Rücken geheilt ist.
Dies ist nun nicht in Sicht. Jetzt kann sich meine
Uretra (Harnröhre) vom Schlauch erholen. Nach und
nach wurde ich immer mehr inkontinent. Vor dem
Schlafengehen und vor jedem Transfer war unbedingt
nochmals Urin ablassen angesagt. Zum Glück passierte
der ungewollte Urinabgang meist nur in der Nacht, wenn
ich endlich mal eingeschlafen bin und mich entspannt
habe. Schwupps, war ich Nass. Gut gibt es Pants für
Erwachsene. Das konnte nicht so weitergehen und ich
habe jetzt vom leitenden Oberarzt von Frank (er
arbeitet ja in der Urologie auf seiner Station) per
örtlicher Betäubung die Cystostomie legen lassen. Es
geht mir gut damit. Zur Zeit auf Dauerableitung
gestellt, damit die Wunde (es wurde ja ein Loch durch
die Bauchdecke gestossen) gut abheilen kann. Frank
durfte mich die ganze Zeit unterstützen und war mit
dabei. Auf der Tagesstation beim Transfer aufs Bett,
Ausziehen, zur OP vorbereiten. Die Schwestern waren
sehr froh, weil viele nicht wissen, wie man einen
Querschnittgelähmten, geschweige dann mit einem
kaputten Rücken, anfässt und unterstützt. Auch im
OP Raum durfte er sogar alles fotografieren und
filmen.
Noch eine lustige Geschichte. Damit der Arzt die Blase
anstechen kann, muss die Blase mit Natriumchlorid
(Isotonische Kochsalzlösung) gefüllt werden. Wir
haben 1200 ml reingelassen. Dr. Müller hat mit dem
Ultraschallkopf gedrückt und versuchte die
Blasensituation gut zu spüren. Komisch, am
Ultraschall war die Blase immer noch zu klein und nach
hinten abgekippt. Da Dr. J. Müller ein richtig guter
Urologie-Chirurg und ein richtiger Künstler seines
Fachs ist, war das kein Problem seinen Job richtig gut
zu machen. Ist sein tägliches Geschäft im Spital.
Als er fertig war (das ging ganz fix und tat gar nicht
weh) wussten wir, wohin die 1200ml geflossen sind.
Knapp 500ml in den Urinbeutel und der Rest ging ins
Bett! Ich hatte ein richtiges Schwimmfest. Frank legte
mir Stoffunterlagen darunter, die wasserdicht sind. Da
ich immer friere durfte ich meine Stoffsachen an den
Beinen anbehalten. Alles NASS, sogar die Socken.
Hurra. Zum Glück haben wir Ersatzklamotten
mitgenommen. Nach einer kurzen Weile wurde ich wieder
aus dem Krankenhaus entlassen und durfte gleich wieder
am Alltag teilhaben. Bis Montag muss ich unbedingt
darauf achten, dass das Ventil auf Ablauf gestellt
ist. Danach ist die Wunde stabil genug, dass ich meine
Blase wieder trainieren kann.
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 | Januar 2012
26. Januar
2011
Es geht uns nicht so gut. Mir fehlt es an Fitness und
ich bin immer wieder schwach. Teils so sehr, dass ich
kaum atmen kann und dadurch nicht mehr sprechen. Das
ist total mühsam, wenn das passiert. Ich versuche mit
dem Armen meine Uebungen zu machen. Aber weil die
Schultern oft schmerzen und ich an der Brustmuskulatur
lange einen brennenden Muskelkater hatte, musste ich
mein Training leider nach unten anpassen. Ich kämpfe
gegen mein Untergewicht. Ich mag kaum essen. Aber
Essen gibt Kraft. Ich muss mich nur zu oft zum Essen
zwingen.
Mit meinen Schlafstörungen ist es auch schwer. Kaum
bin ich eingeschlafen, wache ich schon wieder auf.
Habe Körperschmerzen. Ich liege dann lange wach,
teilweise bis in die frühen Morgenstunden. Ich muss
dann zusätzliches Schmerzmedi nehmen, was mir
widerstrebt. Durch die Wachphasen bin ich so
erschöpft, dass ich doch noch schlafen kann. Dies
wieder nur in kleinen Stücken, weil ich das
Schlafmedikament abgesetzt habe. Möchte, dass sich
mein Körper wieder dran gewöhnt mit sowenig wie
möglich auf die Medikamente zu verzichten (die
Nachwirkungen am Tag sind zu hart). Das
Wach-schlafen-wach-schlafen ist sehr schwer. Ich muss
mich am späten Vormittag dann aufzwingen. Dies klappt
wieder alleine. Strengt aber meinen Rücken stark an.
Möchte Frank aber entlasten. Es ist wichtig, hat er
seine Ruhe.
Frank soll schlafen. Er macht viele Nachtwachen, kommt
erst am Morgen nach hause. Muss mich dann pflegen und
geht danach schlafen. Dies halt bis gegen
Abend/späten Nachmittag.
Für Frank war das Jahr 2011 ebenso mehr als nur
kräfteraubend. Er fühlt sich kraftlos und leer.
Darum ist Erholung uns so wichtig. Teils, dass er
alleine was macht, was ihm Freude bereitet oder wir
zusammen etwas erleben wollen, was uns ablenkt. Das
kam 2011 viel zu kurz und steht ganz oben auf unserer
"Wunschliste".
Vorfreude haben wir auf unsere Ferien. Ab an die
Wärme nach Teneriffa zum 5. Mal. Das Klima wird uns
gut tun. Täglich raus an die frische Luft, an die
Strandspromenade, an schöne Orte, an tolle
Ausflugsziele wie das Schmetterlingshaus, den Loro
Parque, den Jungle Park oder auf den Teide. Foto- und
Filmmotive erleben. Ablenken vom schweren
Alltag.
Später im Jahr wieder unsere Mallorca-Ferien im kinderfreien
Hotel Vanity Suite in Cala Mesquida verbringen dürfen.
Da wissen wir, was wir haben.
Bereits zum 4.x werden wir das Vanity Suite geniessen
können. Unser passendes Behindertenzimmer, was wir
gut kennen. Fein Essen. Sich einfach am Buffet
durchschlemmen. Tagsüber im Pool mit der tollen Rampe
baden gehen. Kleinere Ausflüge unternehmen können.
Und vielleicht, wenn es klappt, unsere
Ferienbekanntschaften wieder treffen. Abgemacht ist es
bereits ;-)).
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