Webmasterin &
|
Rassemerkmale Der Friese ist nicht nur schön, sondern auch klug.
Ein Charmeur mit exotischem Aussehen, dem man kaum widerstehen
kann. Dank seines freundlichen menschenbezogenen Charakters mit
seinem lebhaften Temperament, grosser Nervenstärke und
Zutraulichkeit mit faszinierender Ehrlichkeit, ist der
Friese ein geeignetes Familien- und Freizeitpferd für viele
Sparten der Reiterei und des Fahrsports. Das Friesenpferd verfügt über aussergewöhnliche
(eifrige) Gelehrigkeit, ist mutig, ruhig und zuverlässig in
kitzligen Situationen. Er ist ein Kumpel für "durch
dick-und-dünn", anhänglich, besonders seiner Bezugsperson
gegenüber und hochsensibel. Nicht alle Menschen verstehen es
mit einem Friesen umzugehen. Auch verkraftet er Reiter-/
Besitzerwechsel nicht so einfach. Erstaunt sind immer wieder viele Pferdefreunde, wie
umgänglich die Friesenhengste - und auch die Deckhengste -
sind. Nicht zuletzt seines typischen Aeusseren wegen, ist er als
Zirkus- und Hoheschule-Pferd sehr geschätzt. Schon viele
Pferdefreunde konnten Friesen in unserem Schweizer National
Zirkus Knie in verschiedensten Schaubildern bewundern. Der
Showeffekt des anmutigen kohlschwarzen Rappen mit
stolzgetragenen gebogenen Hals, wallendem Haar und breiter Brust
ist perfekt. Die lange Mähne, der oft bis zum Boden fallende
voluminöse Schweif und der üppige Kötenbehang hat zur
Bezeichnung der "gefiederten Pferde" - "Schwarze
Perlen" beigetragen. Gezüchtet werden die Friesen
ausnahmslos in schwarz. Kleine Kopfzeichen, Stichelhaare,
Flocke, Stern, oder einige weisse Haare an Ober- oder Unterlippe
sind erlaubt (Stammbuchhengste müssen ganz schwarz sein). Beinabzeichen sind nicht erlaubt. Der Friese ist
meist von kräftiger Natur, mit einem recht edlen Kopf mit
ausdrucksvollen sanften grossen Augen und kleinen Ohren mit
zueinander geneigten Ohrspitzen. Er hat eine sehr hohe
Aufrichtung, starken kräftigen Hals der fliessend in den Rücken
übergeht, flacher breiter Widerrist kommt meist vor, ebenso
tonnenförmige Rippen, eine leicht gespaltene gut bemuskelter
Kruppe mit starker Hinterhand, die viel Schub bringt und einen
tief angesetzten Schweif. Typisch sind die schwungvollen,
raumgreifenden Bewegungen und die hohe Knieaktion. Der Liebhaber
spricht von "steppenden" Gängen. Der Friese ist
beliebt als talentiertes Fahrpferd. Mit seinen steppenden Gängen,
seinen gefiederten Beinen, die sich wie Federn heben und senken,
ist es eine wahre Pracht ihm zuzuschauen. Besonders effektvoll
ist der Friese vor einer friesischen "Sjees" mit
Schwarz-weissem Originalgeschirr. Diese Kutsche ist ein
Einachser mit riesigen Rädern, einer Gondel als Sitz und
meistens weiss. Nur in der Sjees sitzt der Mann links und die
Frau rechts. Die Leute tragen dazu ein volkstümliches
altfriesisches Trachtengewand (aus ca. 1860). Diese Kutsche ist
der Traum manches Friesenfahrers. In Holland gibt es
Fahrturniere, genannt Concoursen, wo extra Friesenfahrprüfungen
stattfinden. Ein-, Zweispänner oder Tandem - Friesen an der
Sjeese (es gibt sogar ein Stammbuch für friesische Sjezen). Der
Friese, der sich am besten bewegen kann, hat gewonnen. Das muss
man einmal life erlebt haben! Der Friese wird von Nichtkennern
oftmals unterschätzt, denn er kann bei entsprechendem
Konditions-Training (!!) auch im Marathon oder sogar im
Distanzsport eingesetzt werden. Schon sehr oft hat das
Friesenpferd seine Leistung als Vierspann-Pferd bewiesen! Zuchtreglement (Fremdlink,
Button FPS und Zucht) Friesland in Holland, der Ursprung der Friesenzucht Die
Friesenpopulation hat sich anhand der grossen Nachfrage stark
vergrössern können und zählt 2004 rund 40'000 Friesenpferde
und 12'000 Mitglieder.
Hengstauswahl für Körungskandidaten Die Zuchtauswahl für die Deckhengste sind in keiner Zucht so streng wie bei der Friesischen. Von
ca. knapp 3000 geborenen Hengstfohlen, dürfen rund 200 der FPS
geborenen Hengstfohlen (1990 waren es noch unter Hundert, 1996
waren es 123 Hengste)
Die
Anforderungen sind enorm hoch bis ein Junghengst überhaupt zur
Hengstkörung in Leeuwarden zugelassen wird. Die geringste
Anforderung ist das Stockmass. Das Mindeststockmass für
Zuchthengste, welche im Körjahr 3 Jahre alt werden, beträgt
1.58m. Für 4jährige, 1.60m. Wichtig ist eine besonders gute
und erfolgreiche Abstammung. Nur ein schönes braves langmähniges
Pferd ohne gute Eltern hat hier keine Chance. Man will Leistung
sehen. Die Mutterstute stammt aus einem berühmten, fruchtbaren
und zuchtfesten Leistungsstutstamm und trägt, so zeigt es in
den letzten 30 Zuchtjahren, mindestens das Sterprädikat. Es
gibt nur ganz selten Ausnahmepferde, welchen mit einer
Stammbuchmutter (Stb) an der HK eine Chance gegeben wird. Das
Prädikate wie ster kann eine Zuchtstute mit einer besonders guten Bewertung auf der
jährlichen Zuchtschau erlangen. Bei der Grossmutter wird gerne
das Preferent-Prädikat gesehen. Sogar
eine Spermaprobe wird vom Junghengst verlangt!
Dann
seit Herbst 2000 gibt es noch eine Zusatzregelung für die
Teilnahme der Körung in Leeuwaarden. Die Junghengste müssen
eine röntgenologische Untersuchung machen um zu beweisen, dass
sie OCD frei sind (Osteochondrose, Hufknorpelverknöcherung. Wer
sich für dieses Thema interessiert kann das im Phryso
International vom April 1999, Seite 64, nachlesen. Von
diesen ca. 200 Hengsten schaffen es ungefähr nur einen Achtel
in die 3. Besichtigung. Bevor die Junghengste zur
Hengstleistungsprüfung (HLP) zugelassen werden, steht ihnen
eine Blutgruppen-Untersuchung bevor. Da die Hengste schon auf
OCD untersucht wurden, fällt dies weg. Erst wenn sie auch diese bestanden haben, dürfen die Kandidaten zur
HLP nach Drachten.
Nur die besten werden bestehen und diese sind gerade gut genug für die Friesenpferdezucht. Weltweit sind im FPS rund 100 Deckhengste im Einsatz und einige Fohlenbuchdeckhengste, welche im Ausland decken dürfen. Nach
bestandenem Examen werden heute ca. 4-12 pro Jahr gutgekört und
ins Hengststammbuch als Stammbuchhengste eingetragen. Die gutgekörten
Hengste müssen aber spätestens, wenn der älteste Nachkomme
das 3. Lebensjahr erreicht hat, zur Nachkommenkörung. In
Ausnahmen darf ein Hengst für ein Jahr zurückgestellt werden,
dafür erhält er aber eine Deckbeschränkung von 75
Bedeckungen. Ist
er das nicht, ist der Entscheid der Körkommission unerbittlich: Nachkommenprüfung Nachkommenprüfung
1995, von 7 geprüften Hengsten wurden zwei Stammbuchhengste
abgekört! 1999 von den 6 zu prüfenden Hengsten wurden nur
gerade zwei gutgekört, drei wurden für ein Jahr
zurückgestellt und einer wurde abgekört. Hengste, die die Eintragung ins Stammbuch nicht schaffen, bleiben alle im Fohlenbuch eingetragen. Die Gründerhengste der drei Hauptlinien Nemo 51 (Geb. 1885), auf ihn gehen alle Friesenhengste des Stammbuches zurück. Heute existieren nur noch 3 Haupthengstlinien, Tetman 205 (1956) (gesplittet in 2 Zweige, Mark 232 pref. und Jarich 226), Age 168 (1942) und Ritske 202 pref. (1955). Heute werden die Hauptstämme sogar noch weiter unterteilt. Man spricht vom Hearke-Trakt (v. Mark 232 pref.), Reitse-Trakt (v. Hearke 254 pref.) oder vom Jochem-Trakt (Mark 232 pref.), da diese Hengste viele gekörte Söhne haben. Es sind "Nachfahren" von Tetman 205. Ein weiterer berühmter Zweig ist der Oege 267-Trakt. Auch dieser Hengst führt über Jarich 266, den Halbbruder von Mark 232 pref. das viel gelobte Tetman-Blut. Aber bitte vergessen Sie die anderen Linien nicht, auch sie haben rares Blut, welches nicht "vergossen" werden sollte. Fast 5/6 aller Friesenpferde stammen aus der erfolgreichen und leistungsstarken Tetman-Linie. Inzucht in den Griff bekommen Da der Hengststammbaum nur aus drei Haupthengststämme besteht ist die Inzucht in grosses Problem. Anpaarungen müssen sorgfältig überlegt sein, der Inzuchtgrad von 5% sollte nicht überstiegen werden. Die restlichen Hengst-Stämme konnten sich nicht mehr halten und sind nur noch in früheren Generationen in Abstammungsnachweisen zu finden. Der erste eingetragene Friesendeckhengst mit der Hengstnummer 1 ist De Paauw (geb. 1872). Vor Nemo 51 gibt es noch einige gute Vererber, die sich jedoch nur in den Stutstämmen behaupten konnten (z.B. Alva 113 pref.). Zuchtschauen, Prämierungen und Prädikatvergaben Seit 1976 bekommt jedes Fohlen eine Zungentätowierung, eine Lebensnummer (seit 1989 verschlüsselt), damit Verwechslungen ausgeschlossen werden können. Die Technik hat auch von der Friesenzucht keinen Halt gemacht. Seit jüngstem werden die Fohlen gechipt, d.h. sie kriegen einen Mikrochip in den Hals implantiert. Das an einer Körung gezeigte Pferd wird dann mit dem Scanner kontrolliert und mit seinen Papieren verglichen. Gestern Tätowierungen - heute Chip Denn alle Friesen sind schwarz! Diesen Chip bekommt jedes Fohlen am Tag der Körung nach der Prämierung. Sehr selten wird eine orangene Schleife, die 1. Prämie vergeben. Sie bedeutet ausgezeichnet. Sehr gute Fohlen bekommen eine 2. Prämie, die rote Schleife und die weisse Schleife bekommen 3. prämierte Fohlen, dies ist meistens der Fall. Wenn bei Fohlen Fehler, wie z.B. starker Gebäudemangel oder Weiss an den Beinen, festgestellt werden, bekommt es keine Prämie. Mit
den friesischen Namen hat es folgendes auf sich. Für das Jahr,
in dem die Fohlen geboren werden, werden Anfangsbuchstaben für
die Namen vergeben. Ein Friesenfohlen, das mit Anfangsbuchstaben
W, X, Y oder Z beginnt, ist 1999 geboren. Ein älterer Friese,
der mit dem Buchstaben K oder L beginnt, wurde 1986 geboren. Auf Körungen werden Jungstuten, die Einjährigen (Enter) und Zweijährigen (Twenters) werden seltener gezeigt, da die jungen Pferde sich im starken Wachstum befinden. Sie können ebenfalls Prämien erhalten.
Leistungsprüfungen auch für Stuten Gut,
dass heutzutage auch die Stuten einer Leistungsprüfung
unterzogen werden können. Dies ist sicherlich ein Gewinn für
die Zucht. Der eine Test heisst IBOP und wird nur jeweils ende
Jahr durchgeführt (Stutentest Dauer 2 Tage, Drachten und Esbeek).
Modelstuten - das Stutenhöchstprädikat Aber das absolut Höchste, was nur wirklich sehr sehr wenige Stuten erreichen, ist das Prädikat Model (Mindeststockmass 158cm). Von der Bewegung und dem Exterieur ist sie die "Crème de la Crème" und verkörpert die ideale Friesenstute. Zuerst erhält die Stute an einer regionalen Show das vorläufig Model. Sie muss dann innert eines Jahres die Stutleistungsprüfung (IBOP) bestehen und muss dann an der Zentralen Stutenkörung, welche jeweils im Oktober in Leeuwaarden in Friesland stattfindet, unter der kritischen Jury zeigen müssen, dass sie ein Model wert ist. Erst dann ist die Stute "Model". Ihr Brandzeichen ist ein M. "Siebenjährig und ältere Stuten zur Modelerklärung" so hiess 1999 in Leeuwaarden die begehrte Kategorie. Aber Zuchtstute ist nicht gleich Zuchtstute. Sie muss das erst mit einer guten Nachzucht beweisen. Solche Stuten können die Qualitätsauszeichnung "preferent" und eine Krone als Brand erhalten. Das Preferent-Prädikat wird durch 4 Qualitäts-Nachkommen erreicht, die das "Ster" (Stern) -Prädikat erhalten haben. Oder gleichwertig ist pro Ster, ein Hengstnachkomme, der mindestens in die zweite Besichtigung der Hengstkörung in Leeuwarden gekommen ist. Das Preferent wird nur sehr selten an Zuchthengste vergeben und ist dann Ermessenssache des F.P.S. Eine absolute
Steigerungsform von Model + Preferent ist noch der Zusatz "Prestatie".
Dies haben bis jetzt nur eine Hand voll Stuten geschafft. Erreicht eine Stute keine Stammbucheintragung, bleibt sie ihr Leben lang im Fohlenbuch eingetragen. Mit solchen Stuten sollte nicht gezüchtet werden. K(l)eine Abzeichen erlaubt? Immer wieder werden Fohlen Abzeichen am Kopf und/oder mit Beinabzeichen, weissem Sohlen, Kronrand oder noch schlimmer weissen Hinterfesseln und sogar weissen Hufen geboren. Das ist ein Bleibsel aus der Vorzeit, denn die Friesen waren nicht immer schwarz. Die letzte braune Stute wurde 1928 ins Stammbuch eingetragen. Noch immer kämpft die Zucht gegen den Fuchsfaktor. Es werden keine Hengste mehr zur Zucht zugelassen, welche den Fuchsfaktor in sich führen (wird mit einem Bluttest ausgewertet). Weiss ist unerwünscht und wird nur noch bei Stuten als kleines Kopfabzeichen erlaubt. Fohlen mit Beinabzeichen können keine Eintragung bekommen. Tragisch ist dies für gute Stutfohlen, die niemals ins Stammbuch der Stuten aufgenommen werden können. Bei den Stammbuchhengsten wird die Vererbung des Weissfaktors prozentual jährlich schriftlich festgehalten und ist für jeden Züchter einsehbar. Auch das Friesenschwarz wird in 3 Farbtönen unterschieden; der Glanzrappe, der Mattschwarze und der Sommerrappe, dies jedoch nirgends schriftlich. Gebäudefehler sieht man selten beim Friesenpferd. Es ist eine gut-durchzüchtete Pferderasse. Auch Kopper, Weber, Beisser, Schläger oder Steiger sind kaum zu finden. Beibuch (auf diese Zucht sollte verzichtet werden) Neu ist der Eintrag seit '93 in das Beibuch I + II (ebenfalls Reinzucht): Beibuch I: Sind Nachkommen von FPS-anerkannten Fohlenbuchhengsten mit 100% Friesenstute. Beibuch II, Nachkommen von nicht-FPS-anerkannten Fohlenbuchhengsten mit 100% Friesenstute. Ist die Stute nicht reingezüchtet so bekommt ihr Fohlen kein Papier. Züchter sollten darauf achten, dass ihre Stute eine gute Abstammung hat. Sie selber oder zumindest die Mutter der Stute sollte das Prädikat "Ster" tragen oder besser. Möglichst viel preferent-Blut ist von Vorteil. Ansonsten ist die Qualität des Fohlens nicht gewährleistet (niemals vergessen, die Stute bringt 50% mit). Mit Stuten, die im Fohlenbuch eingetragen geblieben sind und mit nicht-F.P.S.-anerkannten Fohlenbuchhengsten sollte nicht gezüchtet werden. Grundsätzlich sollte man mit anerkannten Stammbuchhengsten züchten, will man eine gute Zucht befürworten.
Wallach Das Friesch-Paarden-Stamboek führt seit 1973 ein "Ruinenstamboek", das Wallachstammbuch. Das Mindeststockmass ist gleich wie bei den Stuten. Der Wallach bekommt ein R in den Abstammungsnachweis und eine Nummer. Die besten Wallache können ebenfalls das Ster-Prädikat erhalten und eine Prämierung bekommen. Erstaunlich sind die Stockmasse, die Wallache manchmal erreichen können. Man findet Grössen bis über 1.70m! Wenn Sie das nächstemal einen Friesenreiter sehen, gehen sie ruhig auf ihn zu. Bestimmt gibt er ihnen gerne Auskunft über seine Lieblingspferderasse. Wer mehr über die Friesenpferde wissen möchte, dem möchte ich das "Friesen-Journal"-Heft, welches vierteljährlich erscheint sehr ans Herzlegen. Ebenso die im Literatur-Verzeichnis empfohlenen Friesenlektüren. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||